Leistungen & Erstattung
Wann zahlt die Krankenkasse Physiotherapie?
5 Minuten Lesezeit
Einleitung
Physiotherapie gehört zu den häufigsten ärztlich verordneten Leistungen in Deutschland, und viele Versicherte fragen sich, wann die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Dabei spielt die ärztliche Verordnung eine zentrale Rolle.: Wann zahlt die Krankenkasse Physiotherapie – und wann nicht?
Ob Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfall oder Reha-Nachsorge – die Kostenübernahme ist klar geregelt, aber an Bedingungen geknüpft.
⚠️ Wichtig: Ohne ärztliche Verordnung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse in der Regel keine Kosten für Physiotherapie.
Grundvoraussetzung: Ärztliche Verordnung (Heilmittelverordnung)
Die Kostenübernahme erfolgt ausschließlich auf Basis einer ärztlichen Verordnung – dem sogenannten Rezept für Heilmittel. Mehr Details zur Systematik finden Sie im Beitrag Heilmittelverordnung einfach erklärt.
Wer darf Physiotherapie verordnen?
Hausärzte
Orthopäden
Neurologen
Unfallchirurgen
andere Fachärzte je nach Diagnose
Die Verordnung muss medizinisch notwendig sein. Grundlage ist der Heilmittelkatalog.
Welche physiotherapeutischen Leistungen werden übernommen?
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt medizinisch notwendige Leistungen wie:
Krankengymnastik (KG)
Manuelle Therapie
Lymphdrainage
Atemtherapie
Krankengymnastik am Gerät (bei entsprechender Indikation)
Nicht übernommen werden in der Regel:
Wellnessmassagen
Präventionskurse ohne ärztliche Verordnung
rein leistungssteigernde Anwendungen
Beratung zur Krankenversicherung vor Ort
Lassen Sie sich individuell zu Leistungen, Zuzahlungen und Tarifen beraten.
Wie hoch ist die Zuzahlung bei Physiotherapie?
Gesetzlich Versicherte zahlen:
10 % der Behandlungskosten
- 10 Euro pro Verordnung
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von der Zuzahlung befreit.
Befreiung von der Zuzahlung
Wer die Belastungsgrenze (2 % des Bruttojahreseinkommens, chronisch Kranke 1 %) erreicht, kann sich von weiteren Zuzahlungen befreien lassen.
Wann zahlt die Krankenkasse Physiotherapie nicht?
Keine Kostenübernahme erfolgt:
Ohne ärztliche Verordnung
Bei Fristüberschreitung (Behandlungsbeginn meist innerhalb von 28 Tagen)
Bei nicht zugelassenen Therapeuten
Bei Wunschleistungen ohne medizinische Notwendigkeit
💡 Tipp: Prüfen Sie vor Behandlungsbeginn, ob die Praxis eine Kassenzulassung ↗ besitzt.
Besonderheit: Physiotherapie bei chronischen Erkrankungen
Bei langfristigem Heilmittelbedarf (z. B. Multiple Sklerose, schwere Wirbelsäulenerkrankungen) sind Verordnungen außerhalb des Regelfalls möglich.
Hier greifen Sonderregelungen, die häufig eine dauerhafte Therapie ermöglichen.
Physiotherapie nach Reha oder Krankenhausaufenthalt
Nach Operationen oder stationärer Behandlung wird Physiotherapie oft direkt im Entlassmanagement verordnet.
Weitere Details finden Sie im Artikel Reha beantragen – Ablauf & Kostenübernahme.
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Reicht die gesetzliche Leistung aus?
Viele Versicherte stellen fest, dass:
Therapieeinheiten begrenzt sind
Wartezeiten entstehen
Zusatzleistungen privat bezahlt werden müssen
Hier kann eine private Zusatzversicherung sinnvoll sein – insbesondere bei hohem Therapiebedarf oder ergänzenden Maßnahmen.
Mehr Hintergründe dazu im Beitrag Was zahlt die Krankenkasse – und was nicht?.
FAQ- Häufige Fragen:
Wie viele Physiotherapie-Sitzungen zahlt die Krankenkasse?
In der Regel 6 Einheiten pro Verordnung. Weitere Verordnungen sind bei medizinischer Notwendigkeit möglich.
Muss ich Physiotherapie vorab genehmigen lassen?
Nein, bei Standardverordnungen ist keine Genehmigung nötig.
Kann ich Physiotherapie ohne Rezept machen?
Ja, als Selbstzahler – die Krankenkasse übernimmt dann keine Kosten.
Zahlt die Krankenkasse Hausbesuche?
Ja, wenn der Arzt medizinische Notwendigkeit bestätigt.